Sektionen

Peutz-Jeghers-Syndrom (PJS)

Untersuchte Gene:  
STK11

Methodik








Material




Dauer






Ansprechpartner

Sequenzierung, MLPA








3-10 ml EDTA-Blut




4-6 Wochen






Aretz / Raff

 

Anforderungsschein

 

Klinische Symptomatik

Kennzeichnend für dieses seltene (1:120.000) erbliche Tumorsyndrom ist die Kombination aus charakteristischen Polypen des Magendarmtrakts (hamartomatöse Polypen vom Peutz-Jeghers-Typ) und Pigmentflecken im Bereich der Lippen und auf der Wangenschleimhaut (die im Erwachsenenalter allerdings wieder verblassen können). Die Polypen entwickeln sich am häufigsten im Dünndarm, daneben aber auch im Dickdarm und im Magen. Symptomatisch werden die Polypen typischerweise durch wiederkehrende kolikartige (krampfartige) Bauchschmerzen, durch Symptome einer Eisenmangelanämie (Blutarmut) oder Blutauflagerungen auf dem Stuhl. Einstülpungen (Invaginationen) eines polypentragenden Darmabschnittes können zum lebensbedrohlichen Bild eines Darmverschluss führen und ein operatives Eingreifen erfordern.

Das Risiko für PJS-Patienten, bis zum Alter von 70 Jahren irgendeinen bösartigen Tumor zu entwickeln, beträgt nach einer größeren Studie etwa 80%. Bösartige Tumore vor dem 30. Lebensjahr sind allerdings eher selten. Bösartige Tumore des Magen-Darm-Traktes (Risiko laut Literatur etwa 60%) entwickeln sich bei unbehandelten PJS-Patienten meist im 3. und 4. Lebensjahrzehnt. Beim PJS besteht außerdem ein erhöhtes Lebenszeitrisiko für Tumoren der Brustdrüse (30-60% im weiblichen Geschlecht), der Bauchspeicheldrüse (5-20%), der Lunge, der Eierstöcke, der Gebärmutterschleimhaut, des Gebärmutterhalses und der Hoden. Im weiblichen Geschlecht treten außerdem bestimmte gutartige Tumore der Eierstöcke, die sog. Keimstrangtumoren mit annulären Tubuli (SCTAT) sehr häufig auf; sie können Hormone produzieren und dann zu entsprechenden Symptomen führen.

Genetik

Das PJS folgt einem autosomal-dominanten Erbgang und wird durch Keimbahn-Mutationen im STK11-Gen hervorgerufen (Mutationsdetektionsrate über 90%). Die Mutationssuche in einer Familie sollte immer bei einer bereits sicher erkrankten Person erfolgen. Ist die Mutation identifiziert, können andere Risikopersonen der Familie (prädiktiv) auf diese Mutation getestet werden.

 

Ausführlichere Informationen

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